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Posthuman Chances Lab – Gastvortrag Prof. Dr. Martina Leeker – 30. Juni 2017

© Peter Rauchecker

In diesem Vortrag geht es um die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Diskursen zum Posthumanismus sowie zu nicht-anthropologischen Medien- und Kulturtheorien. In diesem Kontext werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie diese Theorieansätze und Diskurse im fiktiven Lab affirmativ aufgenommen und in künstlerisch-performativen Projekten umgesetzt werden können.

Veranstalter: Akademie für Schultheater und performative Bildung und Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Kultur, ästhetische Bildung und Erziehung der FAU Erlangen-Nürnberg

Vortragende:

Martina Leeker: Studium der Theaterwissenschaft, Philosophie und Germanistik in Berlin und Paris; Theaterausbildung in Mime und Theater bei Etienne Decroux und Jacques Lecoq, Paris; wissenschaftlicher und künstlerischer Schwerpunkt im Bereich Theater/ Performance mit Medien; bis Herbst 2010 Juniorprofessur für Theater und Medien an der Universität Bayreuth; 2012 – 2013 Gastprofessorin für Theaterpädagogik an der UdK Berlin, seit 2013 Senior-Researcher für Methoden digitaler Kulturen an der Leuphana Universität Lüneburg (http://projects.digital-cultures.net/dcrl-experiments-interventions/). Mitbegründerin von transARTES und der Sommerakademie Theater/Schule, Brandenburg (https://www.facebook.com/pages/Sommerakademie-TheaterSchule-Brandenburg/216138725146832).

 

Gut zu wissen:

Der Gastvortrag ist eingebettet in ein Seminarangebot des MA-Studiengangs Pädagogik (Profilschwerpunkt Kulturpädagogik) :

Posthuman Chances Lab. Eine diskurskritische Installations-Performance

Im Blockseminar werden wir ein fiktives „Posthuman Chances Lab“ erarbeiten und präsentieren. Grundlage dies zu tun, ist eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Diskursen zum Posthumanismus (z.B.: Karen Barad, Donna Haraway, Rosi Braidotti, Brian Massumi/Erin Manning) sowie zu nicht-anthropologischen Medien- und Kulturtheorien (z. B. Bruno Latour, Mark B. Hansen, Erich Hörl, Yuk Hui, Christiane Voß, Benjamin Bratton). Diese Theorien sind hoch geschätzt, da sie auch als eine Möglichkeit gesehen werden, menschlichen Agierenden im Angesicht des Anthropozäns eine Art techno-umweltlicher Demut nahezulegen; eine Voraussetzung um die Erde noch zu retten. Zugleich stehen die genannten Theorie und die in ihnen unternommene Verabschiedung des „Menschen“ im Kontext einer techno-logischen Bedingung, in der menschliche Agierende zum Datengeber in selbst organisierten Infrastrukturen (Wendy Chun) und einer algorithmischen Gouvernementalität (Antoinette Rouvroy) werden. Es soll der Frage nachgegangen werden, wie mit dieser Ambivalenz und Gleichzeitigkeit umgegangen werden kann. Dazu werden die posthumanen Theorieansätze und Diskurse im fiktiven Lab affirmativ aufgenommen und in Projekten der Studierenden (fiktive Seminare, Trainingsapparate, Medien, Kleidung, Essen, bio-technologische Experimente etc. für posthumanes Bewusstsein und Verhalten) konkret umgesetzt. In der Affirmation sollen zugleich die kritischen Aspekte markiert und erlebbar gemacht sowie die produktiven, gegebenenfalls gesellschaftsverändernden Potenziale ausgelotet werden.

Die Präsentation der studentischen Projekte findet voraussichtlich am Sonntag, den 2. Juli 2017 in der Kulturwerkstatt Auf AEG (AkademieLAB) statt. Bei schönem Wetter wird die Präsentation ins Freie verlegt!